Die Liebe zur Reitkunst ist eine Passion, die am ehesten mit der Liebe zur Musik oder Tanz vergleichbar ist. Sie strebt nach Schönheit, Harmonie und Bewegungen, die zwanglos, balanciert und tänzerisch anmuten, in denen Reiter und Pferd eine Einheit bilden.

Um mit dem Reiter eine harmonische Einheit zu bilden, muss das Pferd lernen, den Reiter nicht als störenden Ballast auf seinem Rücken wahrzunehmen, sondern das Reitergewicht quasi wie sein zusätzliches Körpergewicht auf seine vier Füße zu verteilen. Aufgabe des Reiters ist es, dem Pferd die passende Gewichtsverteilung für die entsprechende Lektion vorzuschlagen. Die Schulung des Pferdes besteht also in der exakten Einrichtung seiner entsprechenden Balance unter dem Reiter. Dazu notwendig ist eine geschmeidige, kräftige Muskulatur, d. h. Losgelassenheit, Durchlässigkeit und Tragkraft sind Basisarbeit klassischer Dressurausbildung.

Dieser Zustand von Harmonie und Gleichgewicht ist nur zu erreichen, wenn das Pferd gelernt hat, sich auf der Hinterhand auszubalancieren und den Reiter zu tragen.

Dazu muss zunächst der Rücken gekräftigt und die Oberlinie gedehnt werden, damit die Hinterbeine unter die Körpermasse des Pferdes finden. Erst in Balance ist feines, verschleißarmes Reiten in allen Disziplinen möglich.

Dies versuchen wir durch durchdachte Gymnastizierung unter Berücksichtigung von

zu erreichen.

Dabei sind Lektionen unerlässliche Mittel zum Zweck. Ein gelungenes Schulterherein fördert z. B. Biegsamkeit, Geschmeidigkeit und Tragkraft des inneren Hinterbeines, was den eigentlichen Sinn der Übung darstellt. Lektionen sind deshalb kein Selbstzweck! Nur Lektionen um ihrer selbst willen zu reiten, wäre wie Tonleitern abzuspielen und die Musik zu vergessen.

Es liegt uns besonders am Herzen, auch die geistige Kraft eines Pferdes zu entfalten. Es darf seine innere Kraft nicht verlieren, es soll Freude haben am Miteinander und an seiner Bewegung. Denn schon die alten Meister der Reitkunst haben oft mehr mit dem Kopf des Pferdes als mit seinem Körper gearbeitet.

Wenn wir ein Pferd ausbilden, wollen wir ihm nicht befehlen, sondern ihm mit Wohlwollen den Weg weisen.

PesadePiaffe
Macholino: Pesade Mary-Ann: Piaffe

Reitkunst

Travers Mary Ann Mary Ann: Travers

Fumagalli: Passage


Bashra: versammelter Galopp

Die klassische Reitkunst